Tibet - Teil 3: Lhasa

Lhasa - ein traum war in Erfüllung gegangen! Es gab soviel zu sehen und zu tun in dieser wundervollen Stadt. Aber erst mal ruhten wir uns ein paar Tage von der anstrengenden Reise aus.

Claudia mit Kindern

Nach den Strapazen der Reise fühlten wir uns in Lhasa wie im Paradies. Endlich konnten wir wieder frisches Obst und Gemüse essen und in einem richtig bequemen Bett schlafen. Frauen verkauften frisches Joghurt auf der Strasse, sogar richtig knuspriges Brot entdeckten wir. Inzwischen hatten wir eine gute Nase bekommen, wenn es darum ging, Leckereien zu finden.

Ohne dass wir viel machten, verging die Zeit wie im Fluge. Mindestens zweimal pro Tag schlenderten wir zum Barkhor Markt, wo wir uns am Geschehen fast nicht satt sehen konnten. Der alte Teil Lhasas war vollständig in tibetischer Hand und sah wohl noch genauso aus, wie er schon seit Jahrhunderten ausgesehen haben muss.

Wir besichtigten den Potala Palast und die beiden Kloster Sera und Drepung. Diese Besuche zählten mit zu den eindrücklichsten der ganzen Reise. Ein fantastischer Anblick, wenn sich vierhundert Mönche im Gebetsaal versammeln um zu beten und essen, oder wenn man die mittelalterlichen Küchen sieht.

Nach langem Hin und her entschloss ich mich, ein tibetisches Messer zu kaufen. Das war aber gar nicht so einfach, denn die Preise waren horrend. Ich musste drei Tage lang feilschen, bis wir uns einigen konnten. Die Tibeter haben sich bereits an die Touristen gewöhnt. Da keiner Englisch spricht, verständigt man sich per Taschenrechner. Das geht so: Der Verkäufer tippt den Preis ein und gibt den Taschenrechner an den Käufer. Dieser schüttelt natürlich den Kopf und tippt seine Preisvorstellung ein. So geht das hin und her, oft mehrere Tage lang, bis man sich geeinigt hat.

Wie stets bei längeren Ruhepausen warteten wir die Fahrräder gründlich und bereiteten uns auf den nächsten Reiseabschnitt vor. Wir fanden sogar Karten von Tibet auf Englisch und auf Chinesisch. Wie unglaublich wichtig dies noch sein würde für uns, sollte sich erst später zeigen.

Potala Palast

Per Zufall lernten wir zwei Schweizer Radfahrer kennen, die von Kunming her gekommen waren. Wir tauschten viele wertvolle Tipps aus. Unter anderem meinten sie, wir müssten so viele Lebensmittel wie nur irgendwie möglich mitnehmen. Deshalb machten wir gleich nochmals eine kleinere Einkaufstour und füllten sämtliche Packtaschen sowie Rucksäcke bis zum Überquellen mit Fressalien:


Es ist mir heute noch ein Rätsel, wie wir dies alles auf die Räder bringen konnten.

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