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Nepal
2. Mai 1994 - 23. Mai 1994, km 8300 - 8850
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Wir waren wirklich froh, Indien den Rücken kehren zu können, wir hatten die Nase echt voll. Ausserdem freuten wir uns auf die Berge und den Himalaya und wollten endlich dieser unerträglichen Hitze entfliehen.
Bauernkinder
Am Anfang konnten wir keinen grossen Unterschied zu Indien feststellen, Nepal importiert praktisch alles aus seinem Nachbarland. Es hat aber mehr Markenprodukte aus dem Westen, als Folge der vielen Trekkingtouristen die das Land besuchen. Die Leute sind ganz anders, sie gaffen nicht ständig, sind freundlicher und lächeln einen an. Schon am ersten Tag wurden wir gefordert, nach 70 km erreichten wir Tansen, ein kleines Städtchen auf 1300 m, wo wir gleich ein paar Tage ausruhten. Da es kein gescheites Restaurant gab, konnten wir nicht einmal Claudias Geburtstag gebührend feiern, doch auch das selber gekochte Essen war lecker. Leider war es sehr dunstig und trüb, wir sahen keine Berggipfel. Im Winter soll die Sicht viel besser sein. Pokhara, schön an einem See und am Fusse des Himalayas gelegen, erreichten wir zwei Tage später. Es ist schon eindrücklich, wenn vor einem die Berge fast 8000 Meter in den Himmel ragen. Besonders schön ist die Pyramide des knapp 7000 m hohen Machapuchare, welcher selbst das Matterhorn blass aussehen lässt.
Wasserbüffel vor Machapuchare
Wir blieben eine Weile in Pokhara in einem gemütlichen tibetischen Hotel. Ausser schlafen, essen und kleinen Spaziergängen stand nicht viel auf dem Programm. Wandern, die Hauptbeschäftigung der meisten Touristen, interessierte uns nicht die Bohne. Fast jeden Abend fegte ein Gewitter über den See, das manchmal so heftig war, dass ganze Strassen überschwemmt wurden. Auf sehr schlechten Strassen fuhren wir weiter nach Kathmandu, welches wir nach drei Tagen erreichten. Es hatte viel Verkehr, Lastwagen und Busse, jeden Abend waren wir schwarz von Kopf bis Fuss. In kleinen, sehr einfachen Gasthäusern konnten wir übernachten. Meistens waren die Betten viel zu kurz, das WC grausig, grässlich, stinkig und verschissen, und praktisch nirgends gab es fliessend Wasser. Waschen musste man sich im Fluss unten.
Trägerin
Zu unserer täglichen Mahlzeit gehörte Dalbhat, welches wir jeweils unterwegs in kleinen Strassenküchen am Wegrand assen. Dies ist das Hauptgericht der Nepalesen und besteht aus Reis, Linsen, Gemüse und scharfen, eingemachten Zitronenschnitzen. Es war mit der Zeit zwar etwas eintönig, aber sehr gesund und kräftigend. Am 15. Mai trafen wir in der Hauptstadt Kathmandu ein. Unser erster Eindruck: Dreckstadt, viel Verkehr, Lärm, Staub, schöne Tempel und viele Touristen. Zuallererst pilgerten wir zur chinesischen Botschaft, wo man uns sagte, Tibet sei für Individualreisende geschlossen, Visas seien nur gegen Vorweis eines Flugtickets und einer organisierten Tour erhältlich. Na und, das Visa haben wir doch bereits in Delhi machen lassen! Auf dem Reisebüro tönte es genau gleich entmutigend. Uns war aber von Anfang an klar gewesen, dass wir selber an die Grenze fahren würden, um die Situation abzuklären. | ||||
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