Vorwort

"Endlich sind wir fort, weg. Die letzten Tage in der Schweiz waren sehr anstrengend ..."

So lautet der erste Eintrag vom 8. September 1993 in meinem Tagebuch. Nicht im Traum hätte ich geahnt, was wir alles erleben und welche Abenteuer wir durchstehen würden auf unserer grossen Entdeckungsfahrt.

Auf Reisen lernt man Dinge, die einem nicht in der Schule beigebracht werden. Wir mussten vieles von Grund auf neu lernen, denn dies war unsere erste Radreise überhaupt. "Learning by doing" wie es im Buche steht, manchmal durch schmerzhafte Erfahrungen, oft aber durch Beobachten, Fragen oder im Gespräch mit Einheimischen und andern Reisenden.

Immer versuchten wir, uns so gut es ging den örtlichen Sitten und Gebräuchen anzupassen. Manchmal sahen wir andere Touristen, die sich wie Elefanten im Porzellanladen aufführten, teils aus Unkenntnis, Naivität oder schlichter Ignoranz. Wer geht schon "oben-ohne" baden in Goa? Die Inder ganz sicher nicht! Kein auch noch so verliebtes Paar in Indonesien küsst sich auf offener Strasse. Die Touristen schon.

Oft wurden wir beneidet und gefragt: "Wie macht ihr das bloss?" Es ist alles eine Frage der Prioritäten. Träume sind gut, sie aber zu verwirklichen noch viel besser! Loslassen können ist wichtig: Wohnung, Arbeit, Freunde, Familie, Versicherungen, gewohnte Umgebung, Sicherheitsdenken... Was auf den ersten Blick verängstigt, befreit einen aber nur, hat man es endlich hinter sich gebracht und Abschied genommen. Genau darum dreht es sich nämlich, ums "Abschied nehmen" und "loslassen können". Davor haben die meisten Angst, dies ist die grosse Hemmschwelle.

Doch wer es einmal gemacht hat, wer dem Ruf der Wildnis gefolgt ist, dem ist dies alles egal. Das ist der Preis, der bezahlt werden muss für ein Abenteuer der besonderen Klasse. Keinen Augenblick, keine einzige Sekunde möchte ich missen von unserer Reise. Sie war alle Opfer wert, die wir auf uns nehmen mussten. An alle, die sich nicht schlüssig sind: "Verwirklicht eure Träume solange ihr noch könnt, sonst ist es plötzlich zu spät dazu!".

Der folgende Bericht handelt von der Verwirklichung unseres Traumes. Viel Spass beim Lesen!

Claudia und Beat Zbinden

Claudia und Beat Zbinden, Villarrica, Chile

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