Australien Teil 3: Südaustralien
13. Mai 1995 - 20. Oktober 1995, km 20'250 - 27'750

Die nächsten 700 km bis nach Coober Pedy verliefen relativ ereignislos. Eine Schotterpiste stellte sich als zu brutal für uns heraus, deshalb machten wir kehrt, um auf dem asphaltierten Highway weiterzufahren. Die Landschaft wurde zusehends öder - auf den letzten 100 km waren nicht einmal mehr Büsche zu sehen.

Devils Marbles
Devils Marbles

Coober Pedy ist weltweit die Opalstadt Nummer eins, in der seit 1915 nach Edelsteinen gegraben wird. Es ist eine heruntergekommene, aber faszinierende Dreckstadt, ein Schmelztiegel mit Einwohnern aus über 40 Ländern. Des extremen Klimas wegen leben die Leute in Häusern unter der Erde, zum Teil sogar in alten Minen. Die Gegend ist so öde, dass sogar der Film Mad Max 3 dort gedreht wurde. Wir feierten meinen 30. Geburts- und unseren 2. Hochzeitstag, Claudia überraschte mich mit einem leckeren Erdbeerkuchen vom Swiss Café.

Vor uns lag der Oodnadatta Track, eine 800 km lange Schotterpiste entlang der alten Bahnlinie durch eine weitgehend baumlose Wüste. In der Moon Plain Desert gabs dann ausser Sand, Staub und Steinen nun wirklich gar nichts mehr. Es war ein komisches Gefühl, so weit das Auge reichte hatte es nur Steine. Unsere Velos waren einmal mehr bis aufs äusserste beladen. Zum Glück war die Piste recht gut, nur der starke Gegenwind brachte uns fast zum Verzweifeln.

Die Wüste lebt
Die Wüste lebt

In Williams Creek - Einwohnerzahl 2 - übernachteten wir auf dem Zeltplatz neben dem Pub. Die Wände der Bar waren zugeklebt mit tausenden von Visitenkarten aus aller Welt. Wir entdeckten sogar ein T-Shirt von Tilmann Waldthaler. Nach zehn Tagen hatten wir es geschafft, in der Stadt Leigh Creek fing so langsam die Zivilisation wieder an. Natürlich legten wir eine längere Verschnaufpause ein und taten es uns an den Regalen des bestens ausgestatteten Supermarktes gemütlich. Wir besuchten auch die gigantische Kohlegrube mit ihren überdimensionalen Lastwagen.

Wir freuten uns nach monatelangem Flachlandfahren auf die Flinders Ranges. Auch für die Augen waren die grünen Wiesen, gelben Blumen und Wälder eine richtige Wohltat. Unser Sinn für Farben war in der Wüste beinahe ausgetrocknet, wir hatten gar nicht mehr gewusst, dass es so viele Farben gibt. Hier trennten wir uns von Uli, da wir für ihn in den Bergen zu langsam waren.

Im Wilpena Pound erklommen wir zu Fuss den höchsten Gipfel (1170 m), mussten diesen Übermut am anderen Tag aber mit Muskelkater bezahlen. Selber schuld: Schuster, bleib bei deinem Leisten! In Adelaide hatten wir viel zu erledigen, das wichtigste war der Flug über Neuseeland nach Südamerika. Aber auch unsere Ausrüstung hatte gelitten, die eine Kamera war endgültig kaputt gegangen. Als Ersatz kaufte ich mir eine kleine, vollmechanische Rollei.

Känguru
Känguru

In den Snowy Mountains besuchten wir die Bisonfarm unserer Freunde Ashley und Deanne, die wir in Indonesien kennengelernt hatten. Danach gings ab in die richtigen Berge, wo sogar noch Schnee lag. Wir umfuhren den höchsten Gipfel Australiens, den 2228 m hohen Mt. Kosciusko. Die Nächte, die bisher immer kalt gewesen waren, wurden nun eisig, das Zelt war oft zugefroren. In unseren dünnen Schlafsäcken mussten wir stets mindestens drei Kleiderschichten anziehen, und froren trotzdem. Nach einem äusserst steilen und anstrengenden Pass erreichten wir Thredbo, ein bekanntes Skiresort. Zwischen all den Ski- und Snowboardfahrern kamen wir uns aber recht fehl am Platz vor.

Bis zur Hauptstadt Canberra war es nur ein Katzensprung, auch Sydney lag nicht mehr fern. Dort verbrachten wir die letzten Tage auf dem riesigen, roten Kontinent. Es war super schön gewesen, besonders die Einsamkeit im Outback hatte uns beeindruckt. Ein weiteres, spannendes Kapitel unserer Reise wurde somit abgeschlossen.

Die Olgas
Die Olgas

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