Australien Teil 2: Ayers Rock
13. Mai 1995 - 20. Oktober 1995, km 20'250 - 27'750

In Tennant Creek trafen wir Uli, einen jungen deutschen Radfahrer. Er hatte es satt alleine zu radeln, deshalb schloss er sich uns an. Mit ihm fuhren wir zwei Monate lang durch das australische Outback.

Uli und Claudia
Uli und Claudia

In Alice Springs legten wir wieder einmal eine längere Verschnaufpause ein. Fast drei Wochen verbrachten wir in dieser Oase mitten in der Wüste. Wir taten, was Radfahrer an Ruhetagen meistens tun: essen, faulenzen, lesen, Briefe schreiben und schlafen.

Riesige Distanzen
Riesige Distanzen

Meistens hängten wir am BBQ (Grill) rum, das Standardmenü - Riesensteak, Grillkartoffeln, Zwiebeln, Pilze und Salat - schmeckte auch nach dem zwanzigsten Mal noch herrlich. Dazu gabs Wein, der billiger war als Bier. Ausserdem liess ich mir einen schmerzenden Weisheitszahn ziehen und ersetzte die Vorderfelge.

Wir wohnten dem berühmten Kamelrennen bei, was ein amüsantes Spektakel war. Kamele gehörten seit Indien zu meinen Lieblingstieren. Sie strahlen völlige Ruhe und Gelassenheit aus, nichts scheint sie zu stören, während sie ständig wiederkäuen mit ihrem grossen, langen Maul.

Kamel
Kamel

Nach drei Wochen Faulenzen juckte es uns gewaltig in den Beinen, höchste Zeit also, nach neuen Abenteuern zu suchen. Vor uns lag der Mereenie-Loop, eine 250 km Schotterpiste, davon 200 km ohne Wasser. Als wir losfuhren, schleppten Claudia 18 und ich 25 Liter Wasser plus Lebensmittel für 10 Tage mit. Noch nie waren unsere Drahtesel so schwer gewesen.

Mereenie-Loop
Mereenie-Loop

Die Piste war sehr anstrengend und abwechslungsreich, von Wellblech und Sand über tiefen Schotter bis hin zum ausgewaschenen Bachbeet war alles vorhanden. Doch schon nach zweieinhalb Tagen erreichten wir den Kings Canyon.

Drei Tage später kamen wir zum Ayers Rock, nach der Oper in Sydney wohl das bekannteste Wahrzeichen Australiens. Wir standen extra früh auf und radelten im Dunkeln zum grössten Monolith der Erde. Er war wirklich sehr eindrücklich, der Sonnenaufgang schlicht phantastisch - der Berg glühte, wie wenn er von innen her beleuchtet würde. Später fuhren wir zu den Olgas hin, die zwar nicht so bekannt, aber nicht weniger eindrücklich waren. Kaum zu glauben, was die Erosion im Laufe der Jahrmillionen alles zustande bringt.

Ayers Rock
Ayers Rock

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